Zu dieser Frage haben Nina Wagner, Kandidatin für die Landtagswahl und Pia Schellhammer, Fraktionsvorsitzende im Landtag, nach Ingelheim eingeladen. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger folgten interessiert der von Pia Schellhammer moderierten Diskussion auf dem Podium.

Anne Herzberg, Schulleiterin der Grundschule Ober-Olm, stellte ihre Schule der Zukunft vor, in der Noten nur noch eine Nebenrolle spielen. Hier lernen Kinder früh, sich selbst an Entscheidungen zu beteiligen. Individuelles und selbstständiges Lernen werden in Ober-Olm groß geschrieben. Kirsti Winzer, Schulleiterin der IGS Kurt Schumacher in Ingelheim, stellte das Konzept der vierzügigen IGS vor, wie es in Rheinland-Pfalz weit verbreitet und sehr erfolgreich ist. Diese Schulform ist bei den Eltern sehr beliebt. Jedes Jahr müssen zahlreiche Schüler*innen abgewiesen werden. Auch dieser Abend hat gezeigt, dass der Bedarf für weitere Gesamtschulen auf jeden Fall gegeben ist. Eine Erweiterung bestehender Gesamtschulen ist aus pädagogischen Gründen nicht sinnvoll. Der Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaften (GEW) in Rheinland-Pfalz, Stefan Jakobs wies auf die Belastungen hin, denen Lehrkräfte heutzutage ausgesetzt sind und warb für ein stärkeres Miteinander von Lehrkräften, Schüler:innen und Erziehungsberechtigten im Sinne einer Bildungs- und Erziehungsgemeinschaft. „Der Beruf der Lehrkraft muss für junge Erwachsene wieder attraktiv werden, um dem Fachkräftemangel zu begegnen.“ Auch die Ausstattung der Schulen kam zur Sprache. Die digitale Ausstattung ist weiterhin nicht flächendeckend gegeben. Nur wenn die Rahmenbedingungen verbessert werden, können genug junge Menschen für den Lehrerberuf begeistert werden. Nina Wagner berichtete von ihren Erfahrungen, die sie als vierfache Mutter am Gymnasium Nieder-Olm gemacht hat. Im Kreis Mainz Bingen liegen die beiden größten Gymnasien von Rheinland-Pfalz in Ingelheim und Nieder-Olm. Mit Spannung wird erwartet, wie der erst kürzlich veröffentliche Schulentwicklungsplan Einfluss auf die Schullandschaft im Kreis nehmen wird.
Die beiden Schüler*innenvertreter Sophie Berberich und Sebastian Hoffmann berichteten, wie sie als Schüler*innen die Situation wahrnehmen. Sie berichteten von Ihren alltäglichen Herausforderungen und Problemen an ihren Schulen. Wichtig ist auch Ihnen, dass alle Schüler die gleichen Chancen haben, den für sie besten Bildungsabschluss zu erreichen. Aktuell hänge die Schullaufbahn immer noch viel zu sehr von der sozialen Situation des Elternhauses ab.
Stephen Heiser, Oberbürgermeisterkandidat der Grünen in Ingelheim, griff in der Publikumsdiskussion die Frage auf, was Schulen konkret von ihren Kommunen benötigen. Deutlich wurde dabei insbesondere der Bedarf an einem verlässlichen und bezahlbaren öffentlichen Nahverkehr. Gerade für weiterführende Schulen, deren Träger der Kreis ist, könne die Kommune durch gute Mobilitätsangebote einen wichtigen Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit leisten.
Insgesamt eine wichtige und hoch interessante Diskussion, wobei die letzte Frage eines Besuchers unbeantwortet blieb, nämlich was denn die Kinder, die heute geboren werden am Ende ihrer Schulzeit für Fähigkeiten benötigen, um gut für ihre Zukunft vorbereitet die Schule zu verlassen.


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